Ohrenentzündung Hund: Ursachen, Symptome, Behandlung
Eine Ohrenentzündung ist bei Hunden ein häufiges Problem und kann für deinen Vierbeiner sehr schmerzhaft sein. Juckreiz, Kopfschütteln oder unangenehmer Geruch aus den Ohren sind oft erste Anzeichen. In diesem Artikel erklärt unsere Tierärztin Dr. Katrin Noffke, woran du eine Ohrenentzündung erkennst, welche Ursachen dahinterstecken und wie die Behandlung abläuft. So kannst du deinem Hund schnell wieder zu gesunden Ohren verhelfen.

Hund Ohrenentzündung: Ursache
In aller Regel meint man, wenn man bei einem Hund von einer Ohrenentzündung spricht, eine Infektion des äußeren Gehörganges (Otitis externa). Im Gegensatz dazu sind bei uns Menschen bei einer Ohrenetzündung meist die Anteile betroffen, die innerhalb des Trommelfells liegen. D.h. unser Wissen vom Menschen lässt sich nicht auf den Hund übertragen. Eine Ohrentzündung kann sehr unangenehm sein (egal ob für Vier- oder Zweibeiner).
Die häufigste Ursache ist eine Infektion. Mögliche Auslöser sind üblicherweise Hefepilze, Bakterien oder Parasiten (sogenannte Ohrmilben). Aber auch Fremdkörper (i.d.R. Grasgrannen) können vorkommen.
Sehr häufig gibt es aber sogenannte “prädisponierende Faktoren”, die dazu führen, dass manche Tiere viel häufiger Probleme haben als andere. Anatomische Besonderheiten, die dazu führen, dass der Gehörgang schlechter belüftet wird (z.B. Kurzschädlichkeit, Schlappohren oder auch viel Fell in den Gehörgängen) führen dazu, dass einige Hunde sehr viel häufiger Probleme haben als andere. Ebenso wie bestimmte Verhaltensweisen (viel Schwimmen) das begünstigen können. Auch andere Erkrankungen (z.B. Allergien, Schilddrüsenunterfunktion,...) können dazu führen, dass es häufiger zu einer Entzündung kommt.

Ohrenentzündung Hund: Symptome
In den meisten Fällen, zeigen Hunde ein auffälliges Verhalten, wie vermehrtes Kopfschütteln. Misstrauisch sollte ich als Besitzer aber auch werden, wenn mein Tier plötzlich sehr empfindlich auf Berührungen im Kopfbereich reagiert oder ich einen deutlichen Geruch aus den Ohren wahrnehme.
Weitere zu beachtende Symptome:
Schiefhalten des Kopfes
Kratzen am Ohr oder Reiben an Gegenständen
Schmerzreaktion bei Berührung des Ohres
Rötung, Schwellung, Wärme
Dunkler, eitriger Ohrenschmalz/ Ausfluss
Allgemeine Unruhe oder Verhaltensänderungen
In diesen Fällen, sollte bitte zeitnah ein Tierarzt aufgesucht werden, der mit einem sogenannten Otoskop ins Ohr schauen und eine Diagnose stellen kann.

Ohrenentzündung Hund: Hausmittel und Tipps
Bei dem Verdacht auf eine Ohrenetzündung bitte zeitnah den Hund beim Tierarzt vorstellen. Dies hat zwei Gründe:
Einerseits ist eine Ohrenentzündung sehr unangenehm.
Der andere Punkt ist die Sicherheit des Tieres: Bei der Ohruntersuchung können wir Tierärzte zwei Dinge kontrollieren, die ohne Hilfsmittel nicht möglich sind: es gibt keinen Fremdkörper im Ohr und das Trommelfell ist intakt.
Beides kann alleine zu Hause leider nicht ausgeschlossen werden, so dass dringend von eigenmächtigen Behandlungsversuchen mit Ohrreinigern oder übriggebliebenen Medikamenten vom Partnertier abgesehen werden sollte.
Vorbeugen hingegen ist selber im bestimmten Rahmen gut möglich. Je nachdem, welche prädisponierenden Faktoren vorhanden sind. Das sollte aber immer am Einzeltier entschieden werden. Bei einem Hund, der noch nie Probleme hatte, ist es nicht sinnvoll, durch Vorsorgemaßnahmen das gesunde Gleichgewicht im Ohr zu stören. Andere Vorbeugemaßnahmen können sein:
Regelmäßige Kontrollen
Sanfte Reinigung bei Bedarf (WICHTIG: Es sollten keine Wattestäbchen benutzt werden
Ohren trocken halten
Haarpflege rund um das Ohr
Hunde mit Ohrenentzündung: Behandlungsmöglichkeiten
Je nach Ursache sieht die Behandlung unterschiedlich aus. In aller Regel entscheiden die Tierärzte sich für eine lokale Behandlung, um mögliche Nebenwirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Je nach Schwere und Ursache werden verschiedene Präparate eingesetzt:
Ohrreiniger, Antibiotika, Antimykotika, Entzündungshemmer und Antiparasitika sind die häufigsten. Gängig sind auch Kombinationspräparate aus verschiedenen Wirkstoffen.

Hund Ohrenentzündung: Medikament
Das hängt immer vom Einzelfall ab. Bei einem Hund, der noch nie Probleme hatte, bitte nicht durch Ohrreiniger das gesunde Gleichgewicht stören.
Bestehende Grunderkrankungen sollten selbstverständlich so gut wie möglich behandelt/ eingestellt werden.
Die Verwendung von Antiparasitika ist normalerweise in jedem Fall empfehlenswert, nicht nur zur Vorbeugung von Ohrmilben.
Bei Hunden, die z.B. zu Infektionen mit Hefepilzen neigen, ist die regelmäßige Verwendung eines Ohrreinigers mit saurem pH-Wert sinnvoll.
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Alle Hunde, die bestimmte prädisponierende Faktoren mitbringen, sei es durch Grunderkrankungen, Anatomische Voraussetzungen oder Verhalten/ Haltungsform.
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Üblicherweise nicht. Ausnahme ist hier wieder, wenn eine Grunderkrankung vorliegt, z.B. eine Futtermittelallergie.
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Eine leichte Ohrenentzündung kann in seltenen Fällen von selbst abheilen, doch meistens verschlimmert sie sich ohne Behandlung. Um Komplikationen zu vermeiden, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, wenn Symptome wie Juckreiz, Rötung oder übler Geruch auftreten.